Einer der Beschlüsse der 31. Internationalen Rotkreuz- und Halbmondbewegung 2011 in Genf gilt der Bewahrung des historischen und kulturellen Erbes der weltweiten Bewegung, die seit immerhin
162 Jahren besteht. Aufrufe ergingen an die nationalen Gesellschaften, ihre Geschichte stärker herauszustellen und öffentlichkeitswirksam zu nutzen. Die Internationale Föderation der Rothalbmondgesellschaften nahm daraufhin die Initiative in die Hand, ein internationales Netzwerk aufzubauen, das den Konferenzbeschluss gleichfalls mit Leben erfüllen sollte.
Die erste Internationale Konferenz von Rotkreuzarchiven und -museen fand 2016 im australischen Adelaide statt. Es folgten zwei weitere in Genf, und die vierte fand nun vom 21. bis 23. Mai dieses Jahres gemeinsam in Berlin und Luckenwalde statt, die von Anfang an dabei sind.
Drei Tage – Mittwoch und Donnerstag in Berlin, Freitag in Luckenwalde – waren angesetzt, um über gemeinsame Probleme zu reden, Erfahrungen auszutauschen und persönliche Kontakte zu
knüpfen.
Der Einladung von Grant Mitchel, dem Chef-Archivar der Internationalen Föderation in Genf, dieses Mal nach Berlin und Luckenwalde zu reisen, waren rund 25 Teilnehmer aus Dänemark,
Großbritannien, Japan, dem Libanon, Norwegen, der Schweiz und den USA gefolgt – außerdem natürlich aus dem DRK-Bundesverband, den Rotkreuzmuseen in Luckenwalde und Vogelsang und per Video zugeschaltet aus Australien und Italien.
Die Teilnehmer diskutierten vielfältige Fragen und Themen: Haben die Rotkreuzgesellschaften selbst die räumlichen und personellen Kapazitäten für ihre Archive oder lagern sie sie an externe Dienstleister oder Staatsarchive aus? Wie gehen sie mit ausschließlich elektronischen Dokumenten um? Welche Rolle spielt, welchen Nutzen hat Künstliche Intelligenz? Wie können Ehrenamtler in die Archiv- und Museumsarbeit eingebunden werden? Welche Ideen zur Präsentation des materiellen historischen Erbes werden beim Amerikanischen, beim Britischen, beim Japanischen Roten Kreuz umgesetzt?
Es gab erste Einblicke in ein demnächst erscheinendes Buch über den ersten DRK-Präsidenten Joachim von Winterfeldt-Menkin. Für viele war neu, dass von 1954 bis 1959 in Busan/Südkorea ein DRK-Krankenhaus aktiv war. Im Bericht über die aktuelle Sonderausstellung des Genfer Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseums über akustische Zeugnisse aus der Rotkreuzgeschichte („Tuning in“) stellte deren Kuratorin den Beitrag des Luckenwalder Museums als Leihgeber besonders heraus.
Es versteht sich, dass die Führung durch das Luckenwalder Museum zum Programm gehörte. Und am Abend waren die Tagungsteilnehmer Gäste bei der Eröffnung der Jugendrotkreuz-Ausstellung des Luckenwalder Museums.
Die nächste Tagung ist für 2027 ins Auge gefasst – vielleicht in Japan, das dann den 150. Geburtstag seiner Rotkreuzgesellschaft begeht …
Kreisverband Fläming Spreewald, Mitgliedermagazin 03/2025
Seite 17 “Das historische Fenster”
Rotkreuz-Museum im Land Brandenburg

